Kennen Sie Kloster und Kaiserpfalz Memleben? Wenn nicht, sollten Sie das bald nachholen. Warum?
Mit dem Tod Heinrichs I. im Jahr 936 im Beisein seines Sohnes Otto und dem Tod Ottos I. 973, jeweils in Memleben, steht der Ort Memleben sowohl am Beginn als auch am Ende der Herrschaft Otto des Großen und hebt sich damit in besonderer Weise aus dem Kreis weitere ottonischer Stätten heraus.
979 wurde das von Kaiser Otto II. und seiner Frau Theophanu gegründete Benediktinerkloster erstmalig urkundlich erwähnt. Die Reste der Monumentalkirche aus dem 10. Jahrhundert weisen auf die herausragende Bedeutung des Ortes im 10. Jahrhundert hin. Eine Urkunde aus dem Jahr 998, ausgestellt von Kaiser Otto III. zu Gunsten des Reichsklosters in Memleben, belegt erstmalig den Weinanbau an Saale und Unstrut.
Das Kloster Memleben erlebte eine sehr wechselvolle Geschichte. Nach dem furiosen Start als ottonische Reichsabtei erfuhr es 1015 einen derben Rückschlag, in dem Kaiser Heinrich II. das Kloster der osthessischen Abtei Bad Hersfeld als Propstei unterstellte.
Durch erneuten wirtschaftlichen Aufschwung im 12. Jahrhundert wurde ein Neubau des Klosterkomplexes möglich, so dass wir heute nicht nur auf die Ruinen des 10. Jahrhunderts, sondern auch auf das Kirchengebäude des 13. Jahrhunderts und seine angrenzenden Klausurgebäude blicken und die Verantwortung für ihre Erhaltung tragen.