31.07.2017

S-Bahn nach Leipzig wäre auch ein Beitrag zum Klimaschutz 

Der Burgenlandkreis und die Stadt Gera haben sich für eine Elektrifizierung der Bahnstrecke Leipzig-Zeitz-Gera ausgesprochen. Diese ist Voraussetzung dafür, dass eine S-Bahn von Gera über Zeitz nach Leipzig verkehren kann. 

Dazu vereinbarten Landrat Götz Ulrich und die Oberbürgermeisterin der Stadt Gera, Dr. Viola Hahn, bei einem Treffen im Landratsamt in Naumburg, sich gemeinsam beim zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur für eine Elektrifizierung der alle drei mitteldeutschen Länder berührenden Bahnstrecke stark zu machen. Die Elektrifizierung wäre nicht nur ein Beitrag zum Zusammenwachsen der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland. Mit der Umrüstung auf Elektromobilität könnte der CO-2-Ausstoß auf der Schiene deutlich reduziert werden. Damit könnte sich das Bundesverkehrsministerium seiner Verantwortung zur Umsetzung der Energiewende stellen und einen Beitrag zur Erreichung der vorgegebenen Klimaschutzziele leisten.

„Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Leipzig-Zeitz-Gera wäre ein erster Schritt für die S-Bahn-Anbindung der Stadt Zeitz nach Leipzig. Bis dahin bleibt es ein weiter Weg. Aber wir haben jetzt einen gemeinsamen Plan über Landesgrenzen hinweg. In einer Region, die vom Strukturwandel in der Braunkohle betroffen ist, müssen wir den Menschen zeigen, dass Strukturwandel nicht nur Verschlechterung bedeuten muss", so Landrat Götz Ulrich. 

Dr. Viola Hahn betonte: „Die gemeinsame Initiative des Burgenlandkreises und der Stadt Gera für die S-Bahn-Verbindung von Gera über Zeitz nach Leipzig ist ein hervorragendes Beispiel für freiwillige interkommunale Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Für Gera als größter Stadt zwischen den Metropolen Leipzig und Nürnberg bedeutet dieses zusätzliche Angebot im Schienenverkehr einen deutlichen Attraktivitätsgewinn und eine nachhaltige Stärkung des Standortes. Das verleiht der positiven Entwicklung unserer Stadt, die in jüngster Zeit beispielsweise in der Wirtschaft und an den Einwohnerzahlen ablesbar ist, zusätzliche Impulse. Eine attraktive Anbindung einerseits an den ICE-Knoten und den Flughafen Leipzig und andererseits nach Gera mit den vielfältigen kulturellen und sportlichen Angeboten ist für die ganze Region interessant. Am Ende können alle Menschen, die entlang der Strecke Gera – Zeitz – Leipzig leben, profitieren und einen Mehrwert an Lebensgefühl erreichen.“

Der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft begrüßt die Initiative der Geraer Oberbürgermeisterin ausdrücklich und das nicht nur als aufstrebenden Wirtschaftsstandort, sondern auch unter dem Gesichtspunkt als neue Hochschulstadt.

Hintergrund
Ausgangspunkt des Treffens war die Idee eines einheitlichen S-Bahn-Netzes für Mitteldeutschland unter Einbeziehung der Bahnstrecken Leipzig-Zeitz-Gera und Leipzig-Weißenfels-Naumburg-Jena/Erfurt. Der Burgenlandkreis steht als Teil des mitteldeutschen Braunkohlereviers vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Menschen, die jetzt von der Kohle leben können, benötigen in Zukunft eine ernsthafte Perspektive. Dazu gehört aus Sicht des Landrates auch eine Regionalentwicklung im Sinne des Ausbaus der Infrastrukturen in Richtung von Leipzig, Halle und Jena nach und von Leipzig. Die Stadt Gera als benachbarter Ostthüringer Ballungsraum hat ebenfalls großes Interesse an einer Verbesserung der Verkehrsbeziehungen nicht nur nach Erfurt und Jena, sondern auch nach Leipzig.

Bislang sind 60 Prozent des deutschen Schienennetzes elektrifiziert. Der EU-Durchschnitt liegt bei 52 Prozent, doch Länder wie die Schweiz mit einem Elektrifizierungsgrad von 100 Prozent, Belgien mit 85 Prozent oder Italien mit 71 Prozent sind längst Vorreiter im Verkehrssektor. Rund ein Viertel des weltweiten energiebedingten CO-2-Ausstoßes verursacht der Verkehrssektor, Dieselloks blasen jährlich tausende Tonnen Stickoxid in die Luft. 

 
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